Bergell 17-21.08.2010 PDF Drucken E-Mail
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P8211516Gezwungenermaßen musste ich diese Ferragostowoche Urlaub nehmen. Nicht dass ich nicht gerne in Urlaub fahre, aber eigentlich gibt es schönere Wochen dafür als genau beim größten Andrang und Verkehr.
Nach einer kurzen Wetterstudie sind wir so verblieben, dass wir die ersten unbeständigen Tage in der Gegend von Como und Lecco verbringen, und dann gegen ende der Woche hin, wo sich das Wetter bessern sollte, nach Cervinia hinüberfahren und die Matterhorn Überschreitung versuchen.

Am Dienstag in der Früh sind wir dann losgefahren. Das Auto war vollgestopft mit Ausrüstung und Gewand, schließlich mussten wir für jede Situation und Bedingung ausgerüstet sein.
In LP8191460ecco angekommen haben wir uns gleich eine schöne Kletterwand in der Nähe der Pian dei Resinelli ausgesucht, und sind gleich voll motiviert drauf los gegangen. Den ganzen Nachmittag haben wir ohne Pause in der brennenden Sonne geklettert bis wir beide nicht mehr konnten. Um die nächsten Tage der großen Hitze zu entweichen und auf Empfehlung einiger Einheimischen, sind wir noch am gleichen Tag in die Val di Mello hinaufgefahren. Hier sollten wir ein wahres Kletterparadies vorfinden. Tatsächlich ist es ein schönes Tal, überall schießen glatte Granitwände in die Höhe hinauf und die Klettermöglichkeiten sind unzählig. Gleich am nächsten Tag haben wir unsere Kletterkünste auf Granit ausprobiert, aber leider mit einem sehr schlechten Erfolg: schon in der dritten Seillängen mussten wir die Aktion abbrechen. Mit gesenktem Blick sind wir zum Auto zurückgegangen um einen weiteren Plan für die nächsten Tage auszuschmieden.
Wiederum haben wir in unsere Führer geblättert und nach kurzer Zeit auch schon fündig geworden: Die Punta Allievi über die Südkante hinauf sollte unser nächstes Ziel sein. Noch an diesem Nachmittag haben wir uns dann auf dem Weg zur Schutzhütte Allievi Bonacossa gemacht. P8211529Am nächsten Tag sind wir kurz nach 7 Uhr gestartet und nach knapp 6 Stunden klettern waren wir auf dem Gipfel. Der Abstieg bis zur Hütte zurück verlief auch recht zügig und nach dem obligatorischem Bier stand noch der weite Weg ins Tal hinunter vor uns.
Nachdem wir erfahren mussten dass auf der Hörnlihütte 60 cm Schnee lag und somit eine Besteigung nicht in Frage kam, haben wir uns den Monte Disgrazia als Ersatz für das Matterhorn ausgesucht. Somit konnten wir es auch ruhiger angehen lassen, weil der war ja gleich in der Nähe und auch die Länge der Tour an sich ist mit dem Matterhorn nicht zu vergleichen.
Um nicht komplett einzurosten haben wir am Freitagvormittag ein paar Züge in einem nahegelegenen Klettergarten gemacht. Nachmittags sind wir schließlich mit dem Auto bis zur Preda Rossa hinaufgefahren. Vor dieser wunderbaren Hochebene geht es dann zu Fuß weiter bis zur Schutzhütte Cesare Ponti hinauf. Am nächsten Tag wurden wir um 5 Uhr geweckt und wenig später waren wir auch P8181428schon mit Stirnlampen unterwegs. Ziemlich flott haben wir den Gipfel erreicht und noch schneller waren wir wiederum zur Hütte zurück. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf der sonnigen Terrasse haben wir den kurzen weg ins Tal eingeschlagen. Mit diesem herrlichen Gipfel endete auch unser Urlaub. Nur zu schade dass uns die Matterhornbesteigung nicht geglückt ist, aber dennoch konnten wir glücklich und zufrieden die Heimreise antreten.

 
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