|
1. Tag – 07.01.2009
Banos Morales 1.900m – 1.Lager 2.550m
Heute sind wir ziemlich früh aufgestanden, haben unsere Sachen zusammen gepack und sind wieder mit zirka 30 kg auf dem Rücken mit der Metro durch Santiago und dann mit dem Bus in das Majpo-Tal hinein gefahren. Bis zur letzten Station, eine kleine Ortschaft die Banos Morales heißt. Hier gibt es viele Heißwasserquellen und deswegen kommen auch gelegentlich Touristen und einheimische hierher um in den Thermalbädern einen Tag zu verbringen. Zu baden haben wir uns keine Zeit genommen, und außerdem hatten wir es ja nicht nötig, noch waren wir ja ziemlich sauber. Wir haben noch schnell bei einem Bauer hausgemachtes Ziegenkäse, Spiegeleier und Kaffee bekommen und sind dann gemütlich losgegangen. Wir sind auf der linken Bachseite hinaufgegangen, d. h. wir haben auf die Chance verzichtet ein paar Kilometer mit einem Pick Up zu fahren. Dafür haben wir uns aber das Geld erspart, dass die CONAF- Beamten vom jeder bei der Registrierung verlangen. Das Wetter ist heute ziemlich mies. Noch nie in diesen fast zwei Wochen hat es so früh zugetan, Einmal als die Wolken für einen kurzen Moment aufgelockert haben, hat es sogar den Anschein gemacht, als hätte es oben in der Höhe geschneit. So haben wir gar nicht mehr lange überlegt und einfach entschlossen bei der nächst besten Möglichkeit unser Zelt aufzuschlagen und zu kampieren. Wir wissen nicht genau was uns erwartet, manche sagen in 6 Tagen ist er zu schaffen, andere hingegen meinen 7-8 Tage. Wir lassen uns einfach überraschen, und da wir auf La Paloma beide ziemlich große Schlafstörungen schon auf 3600 m hatten, haben wir ausgemacht diesmal die Höhe ein bisschen ernster zu nehmen, auch wenn wir dafür 1-2 Tage länger unterwegs sind. Wir haben dann ein schöner Platz am Ende einer schönen und breiten Weidefläche auf zirka 2600m gefunden. Alles ist hier schön und gut, nur der Wind bläst ziemlich stark. Wenn er schon hier unten so stark weht, wie wird es wohl oben sein?
Gallery
Google Map
2. Tag – 08.01.2009 Lager 1 - 2580m – Lager 2 – 3400m
Wir sind recht spät aufgestanden. Das Wetter ist wieder wunderbar, wie alle Tage in der Früh. Wir haben beide sehr gut geschlafen und dementsprechend fühlen wir uns auch fit. Wir sind um ca. 10 Uhr losgegangen, und sind gemütlich rechts vom Bach hinauf. Richtiger weise hätten wir schon gestern auf die linke Uferseite hinübergehen müssen, aber da haben wir uns noch keine Sorgen gemacht, weil normalerweise kommt man ja leicht hinüber. So sind wir einfach Schritt f ür Schritt hinaufgegangen. Aber schon bald merkten wir dass unser Weg ziemlich steil und kraftraubend war. Wir versuchten zwar mehrmals hinüberzuqueren, aber vergebens, das Wasser war einfach zu tief und zu schnell. So sind wir gezwungen gewesen fast die ganze Strecke hinauf über loser und steiler Geröll zu stapfen, was an Kraft und Zeit ziemlich viel gekostet hat. Wie alle Tage verschlechtert sich das Wetter Nachmittags, und gegen 16 Uhr kommt noch ein stürmischer Wind hinzu. Die Spitzen der großen Gipfel sind schon leicht angezuckert. Wir erden sicher noch für eine Nacht geschont bleiben.
Gallery
Google Map
3. Tag – 09.01.2009 L ager 2- 3400m – Lager 3 – 4250m Heute haben wir uns wiederum von der Sonne wecken lassen, d. h. Erst gegen kurz vor 9 Uhr. In aller Ruhe haben wir dann unsere Sachen erledigt und sind gegen 10:30 losgegangen. Auf den heutigen Tag freute ich mich besonders, weil es heute ausnahmsweise mal aufwärts ging, und dafür die Strecke eher kurz war. Al s wir zum Einstieg des Hanges gekommen sind, kamen uns 4 Männer entgegen, Ich wollte sie aufhalten und nach Infos fragen, aber wie es manchmal sein soll, sind sie genau bei einem großen Stein auf die andere Seite abgestiegen, und da sie ziemlich zügig unterwegs unterwegs waren, konnte ich sie nicht mehr aufhalten. Später auf Lager 3 habe ich von zwei Deutsche erfahren, dass diese 4 Männer Südtiroler waren, und genauer noch aus Bruneck. Da würde man meinen: ist die Welt klein! Aber nein, dieses Mal ist sie um einen Stein zu groß gewesen.
Wir sind heute schon sehr frühzeitig auf Lager 3 angekommen und auch gleich einen netten Platz gefunden. Die Bergkulisse ist hier atemberaubend, nur unser Gipfel versteckt sich noch. Das Wetter ist heute ausnahmsweise extrem schön. Normalerweise nach 15 – 16 Uhr muss man sich im Zelt verkriechen, da ein starker Wind aufkommt und die Sonne hinter den Wolken verschwindet, aber heute nicht, heute haben wir bis spät am Abend die herrliche Sonne genießen dürfen.
Gallery
Google Map
4. Tag – 10.01.2009 Lager 3 – Ruhetag
Heute haben wir einen Ruhetag eingelegt. Wir haben mehr oder weniger den ganzen Tang nur faulenzt und gegessen. Aber genau dass sollte man ja machen. Sonst wäre es ja keinen Ruhetag. Wie gewohnt war es auch heute bis gegen 14 Uhr Wolkenlos, und die danach aufkommenden Wolken waren harmlos. Anders als die anderen Tagen war heute der Wind. Der wollte heute einfach keine Ruhe geben und hat uns durch den ganzen Tag ständig begleitet. Wir haben heute die Möglichkeit gehabt mit ein paar Leute zu reden die vom Gipfel herunte rgekommen sind, und alle haben uns auf eines aufmerksam gemacht: Nicht auf die Höhe oder auf die technischen Schwierigkeiten sollen wir uns gefasst machen, sondern auf die große Kälte. Scheinbar ist es da oben extrem Kalt und der Wind bläst ohne Pause. Die Kälte bereitet mir schon ziemliches Kopfzerbrechen, da ich nur ganz normale Bergschuhe habe, und eigentlich schon von vornherein ziemlich Kälteempfindlich bin. Manche sind sogar gestern mit Skitourenschuhe hinaufgestiegen . Eines ist jetzt halt sicher: wir werden gewiss nicht wie geplant gegen 4 – 5 Uhr starten!
Gallery
Google Map
5. Tag – 11.01.2009 Lager 3 – 4250m – Lager 4 – 5100m Heute war es ziemlich kalt die Nacht, wir hatten -7 Grad im Zelt. Als die Sonne aufkam ging es gleich viel besser, aber dennoch war es kälter und windiger als die vorherigen Tage. Wir haben gemütlich alles zusammengepackt, das überflüssige Material haben wir zurückgelassen um Gewicht zu sparen, und sind gegen Lager 4 hinaufgestiegen. Da wir schon mit mehreren Leuten geredet haben, haben wir eine Vorstellung gehabt wo diese Lager 4 sein wird, dennoch sagt jeder etwas anderes, und somit ist es schwierig sich im vornherein für etwas zu entscheiden. Das La ger auf 4800m ist halt viel gemütlicher als der auf 5100m. Dennoch werden wir wahrscheinlich auf 5100m steigen um die Höhenmeter für den Gipfeltag zu reduzieren. Auf fast 5000 m sind wir wieder auf das deutsche Paar gestoßen, das uns auch schon auf Lager 3 mit nützlichen Tipps geholfen hat. Sie haben die letzte Nacht auf Lager 4800 m verbracht und gehen heute auf 5100 m hinauf. Sie haben uns auch hier eine nette Lagermöglichkeit gezeigt und für diese Nacht werden wir Nachbarn sein. Morgen werden wir dann den Gipfel gemeinsam angehen. Heute hat man schon sehr früh die ersten Wolken gesehen, eigentlich nicht normal, hoffentlich hält das Wetter für einen weiteren Tag. Unser Plan für Morgen ist um 7 Uhr zu starten, damit wir nicht zu lange auf die Sonne warten müssen, weil anscheinend sind die Nacht und der Wind hier oben keineswegs barmherzig. Wir werden ohne Rucksack losgehen und den Gipfel versuchen, danach wieder zurück zum Lager kommen, die Sachen zusammenpacken und so weit wie möglich absteigen. Wenn wir noch fit genug sind, dann werden wir bis zum Lager 2 auf 3400 m hinunter gehen, weil dadurch würden wir den Weg am nächsten Tag bis Banos Morales in einem Zug schaffen. Und ansonsten hoffe ich zumindest bis auf Lager 3, auf 4200m zu kommen. Hoffentlich müssen wir morgen nicht wegen der Kälte aufgeben. Also wenn wir es schaffen, dann ist unten im Tal keine Bierflasche von uns mehr sicher, und wenn wir es nicht schaffen sollten............dann erst recht nicht!!!!!! Also dann hoffen wir auf einen schönen Berg Heil.
Gallery
Google Map
6. Tag – 12.01.2009 Lager 4 – 5100m – Marmolejo 6109m – Lager 2 - 3400m
Ic h habe die ganze Nacht kein Auge zugetan, ich weiß nicht warum, vielleicht war es die Kälte , oder der starke Wind der die ganze Nacht an unser Zelt gezerrt hat, oder der Vollmond, auf jeden Fall war es eine ziemlich schlimme Nacht. Wir sind dann um 6 Uhr aufgestanden und ich bin gleich hinaus um das Frühstück herzurichten, aber das habe ich gleich aufgegeben, Es war fürchterlich kalt, ich schätze so um die -20 Grad und dazu noch ein stürmischer Wind. So haben wir alles im Zelt hinein verfrachtet. Nicht dass es im Zelt warm war, schließlich waren es dort auch – 13 Grad, aber zumindest waren wir vom Wind sicher. Wir sind dann um halb acht zusammen mit Bernd und Susi gestartet. Die Kälte machte uns allen zu schaffen, aber dennoch wollten wir es durchziehen.
Schon vom Lager 3 aus, und auch jetzt vom Lager 4 hatten wir einen ziemlich großen Berg vor uns, aber ständig wurde uns gesagt dass dieser nicht der Marmolejo sei, er verstecke sich dahinter. So haben wir diesen Berg auf zirka halber Höhe nach rechts hinüber gequert, aber von einem anderen Gipfel war auch nach 2 Stunden Marsch noch keine Spur. So haben wir uns gedacht, wenn es keinen anderen gibt dann steigen wir einfach auf diesen, und sind auf den bestmöglichen Weg richtung Gipfel hinauf. Die Kälte gab uns schon zu schaffen un d der Wind blies ständig und mit voller Gewalt. Stehen bleiben um etwas zu essen oder zu rasten war fast unmöglich, man musste ständig in Bewegung bleiben um nicht zu erfrieren. Als wir dann am Gipfel angekommen sind haben wir erst vom Gipfelbuch erfahren, dass wir tatsächlich auf dem Marmolejo waren. Man konnte sogar unser Zelt auf Lager 4 ganz winzig klein sehen. Also war dieser Berg, der schon seid zwei Tagen vor unser Zelt in die Höhe schoss, tatsächlich der Marmolejo. Jetzt war es uns gleich, wir haben zwar einen weiteren Weg gemacht, sind sogar in das argentinische Land getreten, und haben den Marmolejo über den Südgrat bestiegen, was sicherlich ganz selten vorkommt. Am Gipfel hat der Wind für einige Minuten nachgegeben sodass wir ein paar Fotos ohne zu erfrieren schießen konnten. Es war wolkenlos und die Aussicht einfach atemberaubend. Leider kannten wir von den umgebenden Berge keine Namen, aber dennoch ein unbeschreibliches Gefühl. Wir sind dann auf direktem Wege zum Lager zurück was ziemlich flott ging. Erst jetzt wurde uns klar welch großen Umweg wir gemacht hatten. Am Lager angekommen haben wir eine Kleinigkeit gegessen, alles wieder zusammengepackt und sind noch bis zum Lager 2 hinuntergegangen. Wir waren ziemlich froh als wir endlich das Zelt aufstellen konnten, schließlich ist es ein ziemlich strenger Tag gewesen.
Gallery
Google Map
7. Tag- 13.01.2009 Lager 2 – 3400 m – Banos Morales – 1900 m
Nach einem tiefen Schlaf sind wir wieder in aller Ruhe mit der Sonne aufgestanden. Ziemlich erleichtert und gut auf sind wir dann durch das Tal wi eder hinuntergegangen. Wir stellten uns nur einen leichten, und vielleicht 4-5 Stunden langen Marsch vor, aber da haben wir uns ziemlich heftig getäuscht. Der Weg wollte einfach nicht enden. Nebenbei war er ziemlich unfein zum gehen, auf jeden Schritt und Tritt musste genau geschaut werden um nicht zu stolpern. Unterwegs phantasierten wir schon über das Essen, wir wussten schon beide was wir heute Abend essen würden und welchen Wein dazu. Wir konnten es einfach nicht mehr erwarten wieder mal etwas ordentliches zu essen. Mit schmerzenden und brennenden Füßen sind wir dann endlich in Banos Morales angekommen, und da wir nicht so früh dran waren wie erwartet, hatten wir auch nur sehr wenig Zeit um unser Durst zu stillen, weil der einzige Bus, der nur einmal im Tag in die Stadt führt, gleich los fuhr. Und leider Gottes brauchte auch er seine Zeit bis in die Stadt. Als wir im Hotel angekommen sind und geduscht haben, war es schon nach Mitternacht, und so haben wir wieder auf unser Abendessen verzichten müssen. Aber da diese die letzte große Tour war, werden wir sicherlich genug Zeit haben alles nachzuholen.
Gallery
Google Map
Trackback(0)
|