Klettern Finale Ligure 03-05.04.2010 PDF Drucken E-Mail
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IMG_3251paulininaleligureblancforcDiese wäre eigentlich die beste Zeit um schöne und steile Firntouren zu machen, aber die kann man sich momentan sowieso abschminken, und der beste Weg diesen verfluchen Winter zu vergessen ist ganz einfach sich eine andere Beschäftigung zu suchen.

So haben wir entschlossen das verlängerte Wochenende über Ostern irgendwo in den Süden zu fahren und unsere ansehnlichen Kletterkünste freiem Lauf zu lassen.  Wie halt immer nach der Auflösung des Rätsels „Was?“, kommt die langwierige Suche nach der Lösung für „Wo?“. Das Wetter schien nirgends alle 3 Tage gnädig zu sein, und deswegen war es nur eine Frage von Zeit, Kilometern und ein bisschen Glück. Schließlich konnten wir uns für Finale Ligure entscheiden, und dank des Fahrverbotes am Freitagnachmittag, konnten wir auch schon zeitig losfahren.
IMG_3147paulbhangfinaleWir sind am späten Abend in Finale angetroffen und sind gleich Richtung Monte Cucco hinaufgefahren um dort einen Platz für die Nacht zu suchen.
Am Samstag früh war es bewölkt und trüb, aber dennoch hatten wir große Hoffnungen dass es zumindest nicht zu regnen anfangen würde. So sind wir voller Motivation und Vorfreude durch den dichten Laubwald gegangen auf der Suche nach der ersten senkrechten Wand. Wir haben an diesem Tag verschiedene Sektoren rund um den Ciappo dei Ceci einen Besuch abgestatten, aber restlos begeistert sind wir nicht geblieben. Waren es vielleicht die eigenartigen Felsformationen an die wir überhaupt nicht gewohnt waren, waren es die relativ kurzen Routen die uns einfach nicht ermüden ließen, war es das schlechte Wetter das die Stimmung trübte, oder der dichte Wald der keinen Blick in die Ferne genehmigte, oder lag es trotzdem nur an uns, war unsere Klettergenialität nun doch nicht so vollkommen wie erhofft???
Der Sonntag war dann extrem launisch. Im Landinneren drohte es ständig mit Gewittern und nahe der Küste konnte zwar die Sonne die Oberhand ergreifen, aber dafür wehte ein sehr starker Wind. Wir haben zwar einen starken Willen gezeigt und haben uns leidvoll über dorniges Gebüsch weit hinaufgequält, aber dennoch  wurde es uns nicht gegönnt. Schon nach wenigen Minuten fing es an zu regnen und wir mussten schnell wieder P1000530pacenatemiobpicobaraccinunsere Sachen zusammenpacken und verschwinden.
Am nächsten Tag schien dann endlich die Sonne, keine Wolke war am Himmel zu sehen. Wir waren voll motiviert und konnten es kaum noch erwarten endlich wieder in die engen und stinkenden Kletterschuhe zu schlüpfen. Ausgesucht haben wir uns einen Sektor auf dem Monte Sordo, ein kleines,  wunderschönes Tal das nicht weit von uns auf dem Meer mündet.
Dieser Platz ist einfach traumhaft: die Routen sind extrem lang und rau, die Landschaft noch wild und die Sonne brennt dir ständig auf dem Rücken. Fast Pausenlos und unermüdlich sind wir über die senkrechten und überhängenden Wände hinaufgekraxelt. Ständig haben wir versucht den gemeisterten Schwierigkeitsgrad zu übertreffen und somit neue Richtlinien für unser Limit zu setzen, bis wir schließlich aufhören mussten. Jetzt wird sich jeder denken dass wir wegen der totalen Erschöpfung aufhören mussten, weil vielleicht die Finger dermaßen schmerzten dass wir uns IMG_3206finleliguremontsatdonirgends mehr halten konnten, oder weil es dunkel wurde und wir noch einen weiten Heimweg vor uns hatten. Nein, nichts davon, wir waren einfach nur viel zu gut, wir hatten keine Herausforderung mehr, auch die hohen Schwierigkeitsgrade konnten uns nicht mehr motivieren und anspornen.

P.S.
Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten auskommt.
Samuel Butler.
 
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