| Pizzo d'Uccello 20.09.2008 |
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Pizzo d'Uccello Man hat uns empfohlen die Apuanischen Alpen zu besuchen, scheinbar sollten diese noch viel schöner als die Dolomiten sein. Als gut erzogene Leute, haben wir sie natürlich nicht gleich ausgelacht, sondern nur verwundert um nähere Einzelheiten gefragt, und so haben wir auch unser Ziel ausgewählt, der Pizzo d’Uccello. Am nächsten Tag sind wir ziemlich spät aufgebrochen. Gemütlich sind wir über den Wald hinauf, durch die verlassenen Weidewiesen hindurch bis zum Einstieg. Ausgesucht haben wir eine für uns ziemlich schwierige Route im mittleren Felsteil, und als Fleißarbeit haben wir noch im unteren und im oberen Teil jeweils eine hinzugefügt, Die Sonne war schon längst untergegangen. Wir mussten uns beeilen. Wir konnten schon erahnen was uns noch im unteren Teil zuvor stand. Wir eilten über den Weg hinunter, zuerst war er noch markiert und erkennbar, aber bald sah man von alldem nichts mehr. Plötzlich schaute das ganze Gelände identisch aus. Wir konnten zwar die Richtung, in die wir gehen mussten, abschätzen, aber genau wie weit nach rechts oder nach links wussten wir natürlich nicht. Ab und zu kamen wir wieder zu kleineren Wegen, die sich aber alle wieder auflösten. Es wurde immer düsterer, erkennen konnten wir nur mehr die Umrisse der Berglandschaft, wir stolperten über Gebüsche und Rampen hinunter bis wir im Wald ankamen. Laut Höhenmesser mussten wir noch 300 hm absteigen, sehen konnte man jetzt im diesem dichten Laubwald gar nichts mehr. Mit dem Handy machten wir uns ein bisschen Licht, aber wir mussten so viel es ging die Batterie schonen, weil sie schon fast leer war. Das Schlimmste war einfach das man nicht sehen konnte was beim nächsten Schritt auf uns zukam. Es war so stockfinster und die Sträucher waren dermaßen dicht, dass man einen Felsabbruch oder sonst irgendwelche Gefahren in einem halben Meter Entfernung nicht hätte sehen können. Als uns dann noch Wildschweine einen kleinen Besuch abstatteten, war es endgültig vorbei mit lustig. Zum Glück konnte man sie nicht sehen, aber man hörte sie ständig herumlaufen. Sie mögen ja ganz nette Viecher sein, aber wenn man keine Ahnung hat wie sie reagieren, oder wie man selber reagieren sollte, bekommt man schon ein mulmiges Gefühl. Ich spielte auch schon mit dem Gedanken, einfach auf einem Baum zu klettern und bis zum nächsten Tag abzuwarten. Wäre aber eine solche Geschichte ans Tageslicht gekommen, wäre ich zu Hause monatelang ausgelacht worden, deswegen kam dieser Ausweg nicht in frage. Wir mussten uns einfach nur Schritt für Schritt nach unten tasten und hoffen bald auf irgendein freundlicheres Terrain zu gelangen. Nach über einer Stunde harter Kampf mit jeglicher Art von Gebüsch und Stauden sind wir endlich auf einem Waldweg angelangt. Von den Wildschweinen war jetzt auch nichts mehr zu hören. Wahrscheinlich haben sie uns jetzt mittlerweile akzeptiert, weil vom Aussehen her zwischen uns kein großer Unterschied mehr sein konnte. Heil froh sind wir dann gegen halb elf beim Auto angelangt. Beide sind wir uns gleich einig gewesen diese Nacht nicht mehr im Freien zu verbringen. Im übernächsten Dorf haben wir auch sofort ein Gasthaus gefunden wo wir übernachten konnten, und man hat uns sogar noch trotz später Stunde was zu Essen angeboten. Ohne lange zu zögern haben wir die Einladung sehr gerne angenommen und damit diese schöne und spannende Bergtour mit einer Wildschweinschnitzel und gutem Wein abgeschlossen.
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