Weisshorn - Überschreitung PDF Drucken E-Mail
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P8140490cambdetracuitsonneuntergnanEs dauerte nicht lange dass wir das nötige Material in unsere Rucksäcke verstaut hatten und endlich losstarten konnten. Der Weg führt auch schon gleich ziemlich steil hinauf. Die Höhenmeter nehmen rasch ab, aber dafür wird die Pumpe immer schneller und die Beine werden immer schwerer. Nach über 2 Stunden Gehzeit wird es endlich freundlicher und flacher, aber dennoch zieht sich das Ganze in die Länge. Nach zirka 3,5 Stunden ist die Cabane de Tracuit auch schon erreicht. Auf der Hütte wurden wir sehr gut behandelt, die jungen Hüttenwirte waren sehr freundlich und großzügig, sodass uns wirklich an nichts gefehlt hat.
Wir sind am nächsten Tag nach sehr, sehr wenig Schlaf, um 1 Uhr aufgestanden. Unser Frühstück war schon auf dem Tisch für uns vorbereitet, und kurz von 2 Uhr sind wir bei sternenklarem Himmel losgegangen.  Zuerst galt es dem Turtmanngletscher zu überqueren, und dieser ist ziemlich Spaltenreicht. Danach geht es über die Nordwestflanke sehr weit und in anhaltender Steigung gerade hinauf bis auf dem Bishorn. Hier kann man endlich den ganzen Nordgrad erblicken, und ehrlich gesagt macht er auch einen ziemlich furchterregenden Eindruck. Gleichzeitig fragt man sich aber ob man wirklich so viel Zeit für den „kurzen“ Felsgrat braucht.
Vom Bishorn steigt man über einen breiten Firnrücken zirka 100 hm bis auf dem Weisshornjoch hinunter, wo der Nordgrat anfängt. Zuerst geht es unschwierig über einen Firngrat hinauf bis kurz darauf der Felsgrat beginnt.  Man folgt den Grat immer auf und nieder über mehr oder weniger anhaltender Schwierigkeiten im II° – III°, mit zwischendrin zwei Abseilstellen, bis unter dem Grand Gendarme. Dieser schöne Granitturm stellt dann die Schlüsselstelle dar, wobei diese zwei Seillängen mit Bohrhaken abgesichert sind. Bald darauf gelangt man beim dritten Teil der Tour, dem fantastischem Firngrat. Man geht über diesem, teilweise genau auf der Schneide, ziemlich luftig bis auf dem Gipfel hinauf.
Endlich haben wir den Gipfel erreicht, aber dennoch konnten wir diesen schönen und lanP8150515paukyuzslbweisshorng ersehnten Moment nur kurz auskosten. Wir hatten noch den ganzen Ostgrat vor uns, und der sollte nicht recht viel leichter und kürzer sein als der Nordgrat. Wir haben kurz etwas gegessen und die obligatorischen Fotos gemacht, und schon haben wir uns auf den Weg gemacht. Der erste Teil, der Firngrat war auch bald Geschichte, aber der Felsgrad schien kein Ende zu nehmen. Der streckte sich ewig lang und mit zuhaltender Schwierigkeit und Ausgesetztheit hinunter. Die Spannung und die Müdigkeit machten sich immer mehr bemerkbar. Durchaus hofften wir bald in freundlicheres Gelände zu gelangen, aber umsonst. Auch wenn die Schwierigkeit ab dem Frühstückplatz nachgelassen hat, konnte man sich trotzdem keinen Fehler erlauben.
Endlich, nach zirka 6 Stunden haben wir erleichtert und ziemlich erschöpft die Weisshornhütte erreicht. Froh und stolz über die gelungene Tour haben wir noch bei dem herrlichen Panorama ein paar Bier getrunken und über den gewaltigen Tag diskutiert. Wir haben es aber nicht sehr lange ausgehalten und sind schon zu früher Stunde schlafen gegangen.
Am nächsten Tag sind wir dann gemütlich gegen 7 Uhr aufgestanden, haben gefrühstückt, und sind gleich Richtung Randa hinunter gestiegen. Nach über 2 Stunden haben wir auch schon das Dorf erreicht, aber nun stellte sich das P8160541paulhintergurngdweisshonrProblem wie wir zum Auto kommen sollten. Zum Glück haben wir auch gleich eine Zugverbindung bis Visp, und von dort bis Sierre bekommen. Wir waren beide froh dass alles so schnell und unkompliziert verlaufen ist, auch wenn uns diese Fahrt ziemlich teuer geworden ist. Da sonntags aber die Busverbindungen sehr schlecht sind, hätten wir in Sierre über 3 Stunden auf einem  Bus bis Zinal warten müssen. Das war uns zu lange und so haben wir entschlossen per Autostop weiter zu fahren, was allerdings nicht so reibungslos verlaufen ist.
Schließlich haben wir kurz vor 15 Uhr die Heimreise angetreten, und sind wiederum ohne Verkehr nach knapp über 6,5 Stunden zu Hause angetroffen.

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